Juli 19, 2008

Prinzip - Menschlichkeit, Joachim Bauer

absolut lohnenswert. ich werde mich die tage mal ausführlicher darüber auslassen.

(für die tumor*kinder unter uns: epigenetische veränderungen können zu “gene silencing” führen, was z.b. das tumorrisiko erhöht. darum geht es aber nicht wirklich in dem buch - trotzdem interessant zu wissen - auch wenn`s nix an der tatsache ändert *zwinker*)

Juli 15, 2008

Maluschke*Fahrenberg*Menschenbild

da diverse medikamente *zwinker&kicher* gerade meinen kopf nicht immer schlafen lassen wollen, habe ich freude an nächtlichen schreibaktivitäten. zugegeben: sie sind größtenteils nicht wirklich sinnreich. gestern hatte ich jedoch eine große freude daran, dem philosophen maluschke während eines seminars zu lauschen. warum ich z.t. wortwörtlich mitgeschrieben habe, lässt sich im nachhinein logisch allerdings nur schwer rekonstruieren. fest steht für mich aber, dass wir das gleiche bild vom menschenbild haben.

ganz uneigennützig war der nachstehende beitrag freilich nicht. in einer umfrage an der hochschule habe ich versucht, dem selbstverständnis der studierenden im hinblick auf das eigene handlen bzw. dem dahinter stehenden menschenbild  zu ergründen. schwer interessant - die erkenntnis aber altbekannt: reden und handeln sind zwei verschiedene paar schuhe. stellt sich für mich nun die frage, wie ich dieser widersprüchlichkeit auf den zahn fühlen kann. eine weitere erhebung gibt vielleicht aufschluss.

so: nun die versprochene zusammenfassung von mir!

Prof. Dr. Günther Maluschke, Universität Fortaleza (UNIFOR), Brasilien

Im Rahmen des Seminars: Menschenbilder und ihre Bedeutung für Wissenschaft und Berufspraxis, Ch. Käppler

Sind Menschenrechte anthropologisch begründbar?

„Als Philosoph bin ich in dieser Frage Agnostiker.“

„Rezension“ zu Fahrenbergs „Menschenbilder“ aus der Sicht eines Philosophen, 14.07.2008

Maluschke bezeichnet Fahrenbergs Materialsammlung als gemachte Supertheorie. Sinnvoll, so Maluschke, wäre eine Anschlussanalyse, um Fragen dieser heterogenen Theorien und methodische Wege im Umgang damit aufzuzeigen. Aus wissenschaftlich-philosophischer Sichtweise „geht das nicht“. Eher interessiert die Tatsache „wie man konsequent Anthropologie betreiben kann.“

Problem Fahrenbergs, so Maluschke, ist die Verbindung von Menschenbild und Moral bzw. Weltethos. Er stellt die Gleichzeitigkeit von Anthropologie Was ist der Mensch? und Ethik Was soll der Mensch? in Frage.

Unterstützt wird Maluschkes Annahme auch aus sozialwissenschaftlicher Perspektive:

„Man kann aus der Anthropologie keine Ethik ableiten. Annahmen beeinflussen das Handeln. Reflektiert oder unreflektiert.“ (Käppler)

Maluschke verneint, dass ihn selbst ein Menschenbild beeinflusse – unterstellt wird es ihm dennoch. „Ich habe nicht mal gesagt, dass ich eines habe. Sollten wir eines haben? Ich bin da sehr zurückhaltend, was mein Menschenbild betrifft.“

Maluschke zitiert unterstützend das Alte Testament, versteht sich aber nicht mehr als Theologe – auch wenn er es einmal war: „Ich bin davon abgekommen. Jugendsünden.“

Nochmals betont er, dass man mit seinem Menschenbild sehr zurückhaltend sein sollte: „Menschenbilder dissoziieren, sie führen nicht zu Konsens.“ Er nimmt Bezug auf den Präferenzutilitaristen Singer, stellt die Frage nach Person in den Raum: „Sind geistig behinderte Menschen wirklich Personen und kommt ihnen Menschenwürde zu? Deswegen bin ich der Meinung, man sollte sich möglichst kein Menschenbild machen. Ich finde es wichtig, wie man mit Menschen umgeht.“

Onthologische Aspekte spielen dabei für Maluschke entscheidend mit: „Kann man eine Wesensaussage über den Menschen machen? Ich sage nein.“

„Hegel meinte, man könnte zu einem absoluten Wissen kommen. Ein absolutes Wissen ist für den Menschen unerreichbar. Wir können uns nie sicher sein, ob unsere Hypothesen richtig sind. In der wissenschaftlichen Theorie gibt es keine absolute Sicherheit. Wir haben ein provisorisches Wissen. All unser Wissen bleibt Stückwerk. Wir kommen nie zur Wirklichkeit. Wenn wir zu Wesensaussagen kommen würden, dann würde das Wesen ja erfasst. Wie wollen Anthropologen über sich Wesensaussagen machen? Das Schwierigste ist, sich selbst zu erkennen. Jedes Mal, wenn ich mir vorstelle Was ist der Mensch? komme ich ins Zweifeln.“

Jenes sich ständig überholende und daher nur vorläufige Stückwerk Wissen wird durch neuere Erkenntnisse aus der Zwillingsforschung gestützt: „Durch genetische Variation findet Selektion statt. Muss man genetische Auffassungen vollkommen über den Haufen werfen? Genetische Informationen werden durch die Umwelt variiert.“ (Käppler) Zwillingsstudien zeigen, dass nicht von einheitlichem Genmaterial ausgegangen werden kann. Vielmehr handelt es sich um eine Interaktion von Umwelt und Genetik.

„Das Beispiel zeigt, wie vorläufig unser Wissen ist. Immer wieder werden wir in unseren Erkenntnissen erschüttert.“ (Käppler)

Sichtweisen „bewähren sich“, so Maluschke, „so lange sie sich bewähren. Wo ist die Instanz für neue Theorien? In der Wirklichkeit.“

Maluschke fragt sich, wie nun ein Philosoph mit dem Thema Menschenbild umgehen würde. Er zitiert aus Fahrenbergs Abriss zur philosophischen Anthropologie, geht dabei v. a. auf die angeführten Defizite ein. Maluschke bestätigt, dass die philosophische Anthropologie Grenzen hat, betont aber zugleich, dass dies auf die Anthropologie insgesamt auszuweiten ist: „Anthropologie bietet keine Begründung für Menschenrechte. Normen sind aus dem Menschenbild nicht ableitbar.“

Erneut spannt er den Bogen: „Gibt es das Menschenbild oder nur heterogene Menschenbilder? Menschenbilder bergen die Gefahr des Dogmatismus.“

Maluschke untermauert seine Aussagen durch Schlagworte, führt Vergleiche an. So bezieht er sich etwa auf die Freudianer Religion ist Illusion oder erinnert an das klassische Menschenbild der Antike und dem damit verbundenen selbstverständlichen Umgang mit beeinträchtigten Menschen, d.h. der Ausschluss und das Töten jener. Auch wirft er die Frage auf, ob der Mensch nun gut oder böse sei.

Orientieren wir uns an dem pessimistischen „Vorgaben“ der Bibel oder Hobbes oder eher an dem optimistischen Rousseaus?

„Ich habe kein pessimistisches, aber auch kein optimistisches. Es gibt bestimmte Situationen, in denen der Mensch böse sein muss.“

Abschließend und in Hinblick auf die Begründbarkeit von Menschenrechten wird nochmals auf Kants anthropologische Ethik und die damit verbundene Frage Was soll der Mensch? eingegangen: „Wir können ja nicht ohne Ethik auskommen. Wenn es nicht aus der Anthropologie abgeleitet werden kann, wie kann man es dann begründen?“ (Käppler)

Maluschke betont erneut seinen Standpunkt, dass Anthropologie und Ethik getrennt diskutiert werden müssen: „Wenn wir wissen, was der Mensch ist, folgt daraus nicht, was er tun soll. Ich kann nur sagen, der Mensch hat Vernunft. Aus Ist-Aussagen folgen keine Soll-Aussagen. Das wäre ein Fehlschluss.“

In Bezugnahme auf die Menschenrechte stellt er heraus, dass auch jene nur Konstrukt sein können: „Ethische und juristische Normen werden nicht in der menschlichen Natur gefunden. Sie werden erfunden. Andere können sagen, die sind von Gott, vom Himmel gefallen. Es sind positive Setzungen, von Menschen geschaffen. Was Menschenrechte sind, erkannte man aus dem Gegenteil. Ich finde sie eine hervorragende Erfindung.“

„Ich hoffe, dass ich Sie jetzt nicht mehr verwirrt habe, als nötig war.“

Juli 15, 2008

TUMOR*KIND mach-dich-nicht-verrückt/4

nicht die krankheit sondern das system tötet ODER selbstheilung durch eine positive einstellung zum leben?

heute ist nur ein halbguter tag. ich bin schwer enttäuscht und fühle mich (und stellvertretend für andere) erniedrigt. welch großes wort. mich entgeistert die heiße-kartoffel-methode, die durch und mit der gesellschaft nur allzu konsequent aufrecht erhalten wird. werden wir zum hinnehmen gedrängt? handhabe ich es etwa anders? meine kärgliche “rest-entlohnung” für die nächsten 31 tage deckt gerade einen bruchteil meiner miete. es macht mich wahnsinnig wütend, dass leben durch andere entlebt wird. stellt sich auf ein neues die frage nach der wertigkeit. utilitarismus ist keine illusion, wird aber nur dann offensichtlich, wenn mensch in die situation der betroffenheit gerät. natürlich wissen wir darum. um so mehr ärgere ich mich über meine eigene teilweise ignoranz. selbstverschulden? vielleicht. zumindest im reflektierten umgang damit. was aber ist mit jenen flaschensammlern unter uns, die das glück des rückhalts durch andere nicht haben? bei denen die konzentration auf das existieren-können die kraft raubt, sich mit dem aktuell wesentlichen - mit sich selbst - auseinander zu setzen?

so, jetzt geht`s mir besser. der tag wird wieder doppelhalb gut. denn: es geht nicht um`s geld, sondern um die traurige tatsache, dass das geld um uns geht.
   

 

Juli 14, 2008

TUMOR*KIND mach-dich-nicht-verrückt/3

loslassen können. lebensaufgabe und vollzeitjob. ich war vor allem an diesem wochenende sehr arbeitssam - ich habe mich getrennt. von erinnerungsschnipseln, von büchern, von gedanken. ein prozess, der nur durch regelmäßige umzüge reift? vielleicht. an dinglichem schmiegt sich enges, gleichsam gemeinsam gegangene wege, die mensch nicht umgehen kann. irgendwann aber ist mensch der deja`s überdrüssig - der immer gleich bleibenden begegnung mit sich selbst, da es schon längst nichts mehr mit dem vermeintlichem gegenüber zu tun hat. objekt- oder subjektgebunden, ganz gleich, es gilt, den richtigen augenblick zu erwischen. jenen, in dem mensch weggeben, weggehen kann. es ist so wahnsinnig befreiend, zaubert ein zufriedenes ganztagslächeln ins gesicht. gleiche erfahrungen macht mensch sicher auch mit ferneren. problem dabei ist, dass man sich deren tele-position zunächst nur selten bewusst ist. freundschaften definieren sich neu oder aus. und das ist auch absolut in ordnung. kein hinterherrennen. hinter was, hinter wem? der eigenen schlechten laune entgegen? wieder dem sicheren anlaufpunkt der enttäuschung, der gereiztheit zu? wofür? ich bin lernende und endlich auch zufrieden(er). es war für mich ein beschwerlicher weg, mit mir allein sein zu können. allein leben zu können. nicht, dass ich das zwangsläufig will - aber ich kann es. glück darf nicht allein an andere gebunden sein. selbstverständlich für viele, lange zeit aber nicht für mich. rückhalt - unverzichtbar. das wissen um die sicheren anker ist leben. aber dazu gehört auch, sich immer wieder trennen zu können: von sich, von anderen, von dingen. vielleicht auch nur um herauszufinden, ob es überhaupt von notwendigkeit ist.

Juli 11, 2008

TUMOR*KIND mach-dich-nicht-verrückt/2

mich entwirren

auf einem galopp durch eigene verwirrungen, verzerrungen der selbstwahrnehmung gleich,

treffe ich auf mich. was nicht immer erfreut. treffe ich auf andere, viel weniger noch.

reizvoll will ich sein, reizbar bin ich. und unendlich ungeduldig.

anmaßende worte weichen sekundenschnell verzeihenden tränen.

aber: mir geht es prächtig. ich genieße die zeit. mit mir v. a.! zwischen vielen! mit wenigen anderen!

ich nehme das viele nichts(tun-müssen) tief in mir auf, das doch so vieles ist.

lebend mensch definiert sich neu.     auch lebend ICH?

Juli 11, 2008

TUMOR*KIND mach-dich-nicht-verrückt/1

in anbetracht der tatsache, dass nur allzu gruseliges von betroffenen krebspatientInnen im weltweiten kursiert, nehme ich es mir hier und jetzt vor, dem ganzen ein wenig entgegenzuwirken.

klar, dass jenes in den köpfen hängen bleibt, was eben da nicht hin sollte. nebenwirkungen von medikamenten, einschränkungen in jeder lebenslage, wenig eloquente ärztInnen, (un)wohle ratschläge - wir haben sie ja darauf hingewiesen, wenn was passiert … und bitte 1x unterschreiben. raus bin ich und v. a. du! alle paraerscheinungen tief ins gemüt aufgenommen? ich hatte schon fälle (>2%?) - einzelfälle, durchfälle, ausfälle?

zwischendrin wird`s mir ganz schlecht (wenn du glück hast, gibt`s nen taschentuch von mensch doctore), dann mal` ich mir jede einzelne und unwahscheinlichste nebenwirkung bildlichst aus (v. a. jene, welche meine eitelkeit betreffen - oh welch niederen instinkte), um im nachhinein festzustllen, dass (fast) alles nur noch zum humoren ist.

ergo: nix trifft so, wie der verbale hammerschlag davor.

also, liebe rezipientInnen: wendet den blick vom beipackzettel (ist ja auch wirklich suizidal) und schaut beim murk`ellchen vorbei. ich verspreche, auch regelmäßig was lustig-dummes von mir zu geben.

*zwinker*

Juli 9, 2008

strahlentribut

hab grad eine wahre freude daran, narzistichst mit meiner haarkultur zu spielen … mensch lernt sich jede woche neu kennen *kicher* … mittlerweile is eigentlich nüscht mehr vorhanden. da aber noch nicht jedes kind digitalisiert ist, gibt`s den ist-stand erst später - aber schnelle, denn: `s klappt mit der rasur teilweise auch  schon ohne apparat!

irgendwann gibt`s das ganze auch wieder in umgekehrter reihenfolge - wenn ich mich nicht wieder zu sehr an die wunderbare kürze und den pragmatismus gewöhne : )

Juni 11, 2008

geheime leidenschaften … (gelüftet)

ist es nicht verwunderlich, dass sich alle (deutschsprachige) welt vor einer kleinen ginsenden zipfelmütze schämt? warum also sterben die brüder von rotkäppchen nicht aus? erfüllen sie nicht einzig den zweck eines “typisch deutsch”en vorzeigeobjektes in mäßig sinnigen einbürgerungskursen? natürlich! der gartenzwerg als staatsdiener im dienste der assimilation.

ausgebildet werden diese subversiven geschöpfe zunächst im militanten siraP, um dann auf reisen geschickt zu werden.

erkennungsmerkmale: bart&ein heimtückisches grinsen. vorsicht vor jenen, die ein köfferchen bei sich tragen. denn auch kleine bömbchen können krachen. wenigstens wird es sich aber rumsprechen …

also, vergrabt diese geschöpfe, bevor eure nachbarn davon erfahren! boykottiert gartenverschönerungsläden!

nicht alle sind so muttig wie a., die sie doch tief im garten gebuddelt hat, um das laster ihrer beschämten vorgänger wieder zu tage zu fördern und ihnen ein letztes asyl auf dem balkon gewährte … zugegeben, den pflanzen in der nahen umgebung geht es nicht wirklich gut! es gibt anlass zu neuer spekulation.

(es war mir eine freude, anne : )

Mai 23, 2008

deutsche studierende - im tal der jammerlappen

ein phänomen&erkennungsmerkmal der über-&zugleich unterforderten studierenden (meine beobachtungen beziehen sich auf jene der pädagogischen hochschule ludwigsburg, standort ludwigsburg) ist das pausenlose stöhnen. wenigstens eine kompetenz, könnte mensch meinen. nein, sie verstehen sich auch prächtig im verteilen von schuldzuweisungen. ihre eigene nase finden sie - welch wunder - dabei nur selten. behandelt werden wollen sie wie “die großen”, beherrschen aber nicht einfachste (selbst-)organisationsmechanismen. klagend über eine zu starke verschulung, ist es ihnen meist nicht einmal möglich, den anforderungen elementarer multi(oder eher bi-)funktionalität (ich höre-ich notiere) zu genügen. haargenau ausformuliertes soll doch bitteschön in das für alle zugängliche netz gestellt werden.

natürlich möchte ich nicht gefahr laufen, alle über einen kamm zu scheren.

der gemeine studierende lässt sich in verhaltenskategorien einteilen, deren ich einige anführen möchte:

zu der ersten gruppe gehört der typus “auffallen um jeden preis”. diese ständigmelder_innen. nichts bleibt unkommentiert - der arm schnellt permanent& tic-artig in die höhe. es handelt sich dabei freilich nicht zwingend um erhellende beiträge. die vorredner_innen werden etwa 1:1 zitiert; die eigentliche thematik wird professionell umgangen oder es handelt sich um ein erlebnis aus dem wohl wenig aufregenden lebenslauf. der subtypus dieser kategorie fällt - zugegeben ohne handzeichen - durch irgend einen doofen spruch auf, der (vermutlich basierend auf einem übersteigerten selbstbild) auch noch als unheimlich witzig empfunden wird.

der submissive studierende (umgangssprachlich arschkriecher) sitzt meist in einer der ersten reihen. es ist freilich nicht die rede von jenen, die des lärmpegels wegen dem wunsch nachgehen, die dozent_innen einfach nur verstehenen zu wollen. der/die submissive unterscheidet sich davon nicht offenkundig. er/sie verrät sich erst dann, wenn er/sie seine neigung nicht mehr unterdrücken kann& dem herrn/der frau professor_in sounsdso ein eigens für ihn/sie gebackenes plätzchen anbietet.

die messis unter den studierenden erkennt mensch an den prall gefüllten 4you-rucksäcken. ständig sind sie auf der jagd nach readern, büchern - kurzum wahllos beschriebenem - aus dem copy-shop, der bibliothek, den sammlungsräumen, von mitstudierenden. pausenlos betätigen sie den kopierer oder blockieren die sprechstunden, um herauszufinden ob das nicht diktierte komma des herren/ der frau professor_in an der richtigen stelle eingefügt wurde.

anstrengend ist aber auch jene spezies, welche die “intelligenz-hallen” mit einem kaffeekränzchen verwechseln&lautstark in der eigenen, oft aber auch fremden beziehungskiste graben.

gleichsam unangenehm sind die rücksichtslos blasenschwachen. meist suchen sie sich ein lauschiges plätzchen im zentrum des hörsaals und scheuchen bei nahender not die anderen von ihren sitzgelegenheiten. spalier stehend wird der störendfried zum stillen örtchen geleitet, während geräuschvoll klappstühle- und tische den redefluss der dozent_innen überlagert.

die notorischen zuspätkommer_innen lassen das spiel von vorne beginnen. mit dem kaffee in der hand (denn die schlange vor dem automaten ist in der pause ja bekanntlich sehr lang) bahnen auch sie sich ihren weg durch die massen.

die übereifrigen beginnen meist schon vor fertigstellung ihres semesterfahrplans mit dem infiltrieren von vermeintlichen lerninhalten und übertragen ihre eigene unzulänglichekeit (panik!), viel mehr aber fehlende gelassenheit&lebensunlust auf ein symptomanfälliges umfeld. eben diese sind es auch, die vor und nach leistungsstandsüberprüfungen (lsü = mangelhafter tüv) ihr unwissen beteuern (womit sie ja auch recht haben; leider funktioniert das system hochschule nach diktatorisch-gleichmachenden mechanismen: meine ansicht ist auch deine). auch nach der bestätigung ihrer überragenden wiedergabeleistung können sie sich nicht erklären, wie sie zu ihrer 1-2 gekommen sind. insgeheim quält sie aber das “bis 2″.

an oberster stelle der unstudierenden (schnittstellen zu anderen subformen nahezu zwingend anzunehmen) stehen jedoch die jammernden. es gibt nichts, was nicht beklagenswert ist: das zu lang warmgehaltene mensaessen, fehlendes klopapier&das wetter. zu stark beheizte räume&der (selbstverschulden!) verschüttete cappuccino. unmengen referate, sprechstundenzeiten&die baumsterben-vorantreibende bürokratie (selbst einheimisch nehmen daran anstoss : ). jene dozent_innen die überfordern&jene, die zuviel voraussetzen. lange literaurlisten&fehlede quellenangaben. die lustigen, die langweiligen, die inkompetenten&die zu leise sprechenden. die quasselnden, die klügeren, die auf-den-kopf-gefallenen  … fortschrittlich eigentlich, da keine gruppe diskrimminert - weil in der jammerliste aufgenommen - wird.

fazit: nicht die eigene nase gilt es zu finden, sondern die schuldigen!

Mai 22, 2008

rätselfrage …

warum lacht mari*us?

(info am rande: es handelt sich um MEIN auto, steht grenzwertig in prenzlberg-wedding und hat ein STUTTGARTER kennzeichen - und eigentlich ist es viel zu kalt zum lachen)