Realvermurkelte Utopie
Mit verschlossenen Augen unverhofft getroffen,
habe ich ES - wie alles andere auch – selbstverständlich offen von mir abgespalten.
Die Kapuze weit in mein Gesicht gezogen,
als Zeichen der Unfähigkeit, mich selbst zu verstehen.
Und es lügt sich neu die Angst des Wollens davor.
Unruhig treibe ich im Leben ohne wirkliches Ziel-
und dennoch trete ich gelähmt auf der Stelle.
Zu sehr drehe ich mich um meine eigene Begrenztheit,
leugne sie vor mir – schlimmer noch
vor anderen.
So belüge ich mich, verwunde Geliebte.
Es leitet nicht das böse Herz, vielmehr die Unreife,
die quälende Angst vor dem Stehenbleiben.
Wut treibt mich zur heulenden Erschöpfung;
Sie nimmt von mir Besitz. Packt mich, um mich wieder fallen zu lassen.
Bin so erneut mit mir allein. Wut wird zu unendlicher Leere.
Selbst prophezeiend folgt jedes Glück dem Ziel der Umkehrung
und zeigt mir ewig gleich bleibend Beginn UND Ende.
Sonnenschein ersetzt das UND,
symbolisiert jene, die mein Leben so wunderbar versüß(t)en
und mich zur endlos Lernenden machen –
in der Hoffnung, irgendwann perfekt lieben zu können.
Realvermurkelte Utopie eben …
27/04/08